.

Die Fackeln des Prometheus

Johann Heinrich Füssli und Javier Téllez

Prometheus wurde in der europäischen Romantik zur Projektionsfläche für das Ideal des autonomen, von überkommenen Autoritäten sich lösenden Künstlers und zum Inbegriff einer für die Selbstbestimmung ringenden Menschheit. Diese Botschaft ist wieder brandaktuell. Einmal entzündet, lässt sich das Prometheus-Feuer kaum bändigen. Die Ausstellung konfrontiert Gemälde und Zeichnungen von Johann Heinrich Füssli mit einer Film-Installation von Javier Téllez, einem kapitalen Werk der Gegenwartskunst.

Die titanische Gestalt des Prometheus fand in Dichtung, Malerei und Musik seit der europäischen Romantik eine vielfältige Resonanz. Für Goethe und Füssli wurde der antike Mythos vom Feuerraub zum Inbegriff einer um Selbstbestimmung ringenden Menschheit. Diese weltumspannende Botschaft lebt noch heute im olympischen Feuer fort. Mit dem Nutzen kamen auch die Plagen. Davon handelt die Film-Installation des venezolanischen Künstlers Javier Téllez (*1969). Zwei Skulpturen werden in einer langsamen Rotationsbewegung umkreist: der prometheische Männerakt des Nationalsozialisten Arno Breker und der "entartete" Zwitter des Art-Brut-Künstlers Karl Genzel. Beide Werke waren 1937 in München ausgestellt - das eine in der "Grossen Deutschen Kunstausstellung", das andere in der Ausstellung "Entartete Kunst". Die Kabinett-Ausstellung konfrontiert Gemälde und Zeichnungen von Johann Heinich Füssli aus der Sammlung des Kunsthauses mit diesem kapitalen Werk der Gegenwartskunst.

Kuratoren Mirjam Varadinis, Bernhard von Waldkirch


Öffnungszeiten

Fr, Sa, So und Di 10.00 bis 18.00
Mi und Do 10.00 bis 20.00


Sonntag 22 Juni, 15.00

Kunsthaus, Hodler-Saal
«Mit Originalität gestempelt»
Konzert im Rahmen der Ausstellung zum 300. Geburtstag von C.P.E. Bach


Veranstaltung

Von
20.06.2014
Bis
12.10.2014
Veranstaltungsort
Kunsthaus Zürich
Organizer
Kunsthaus Zürich
Typ
Kunst
CHF 15 / 10 (reduziert und Gruppen)

Weitere Termine