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dada, ich und über(m)ich

Das fragmentierte Selbst und seine Sehnsucht nach Ganzheit

Im Verlust der «psychischen Einheit» sieht Hugo Ball das zentrale Problem des modernen Menschen, das im Künstler auf exemplarische Weise sichtbar wird. Das vom Sanatorium Kilchberg veranstaltete interdisziplinäre Symposium «dada, ich und über(m)ich» beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven die Psychopathologie des fragmentierten Selbst und thematisiert künstlerische, biographische und psychotherapeutische Ansätze der Heilung und (Re)Integration.

Im Verlust der «psychischen Einheit» sieht Hugo Ball das zentrale Problem des modernen Menschen, das im Künstler auf exemplarische Weise sichtbar wird. Er ist Symptomträger seiner Epoche, weil er ein fragmentiertes Selbst vor Augen führt, das der Heilung durch Bewusstwerdung und Integration bedarf. Aus psychologischer Sicht ist Dada der Versuch, dem «vernünftigen Wahnsinn» (Hans Arp) der Moderne Widerstand zu leisten, um zu einer umfassenderen und humaneren Identität zu gelangen.

Das vom Sanatorium Kilchberg veranstaltete interdisziplinäre Symposium «dada, ich und über(m)ich» beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven die Psychopathologie des fragmentierten Selbst und thematisiert künstlerische, biographische und psychotherapeutische Ansätze der Heilung und (Re-)Integration. Vor diesem Hintergrund erhellt sich die Bedeutung des Sanatoriums Kilchberg als Refugium der frühen Dada-Bewegung. Die Sehnsucht nach Ganzheit, die «totale Rückkehr zum reinen Gefühl, zur grossen Einfachheit» (Marcel Janco), wird nach ihrer Funktion in Kunst, Spiritualität und Psychotherapie befragt und als ein Kontrastelement zur Alltagserfahrung gewürdigt.

14.00h – 14.30h Begrüssung und Einführung Prof. Dr. med. Katja Cattapan und Tobias Ballweg (M.A., Dipl.-Psych.), Sanatorium Kilchberg, PD Dr. Hartmut von Sass, Collegium Helveticum
14.30h – 15.15h Dadaismus als neuropsychisches Prinzip Prof. Dr. med. Eckart Rüther, Psychiater, Ludwig-Maximilians-Universität München, Georg-August-Universität Göttingen (D)
15.15h – 16.00h Dada und die paradoxe Psychotherapie Dr. phil. Michael Titze, Klinischer Psychologe, Psychotherapeut und Humorforscher, Tuttlingen (D)
16.00h – 16.30h Kaffeepause  
16.30h – 17.15h Neuronegation, Neurovision, Neurokapitalismus Prof. Dr. rer. nat. Hennric Jokeit, Neuropsychologe und Fotograf, Schweizerische Epilepsie-Klinik, Zentrum für Neurowissenschaften Zürich
17.15h – 18.00h Heilung durch Heil. Hugo Ball und die religiöse Konversion Prof. Dr. phil. Rüdiger Safranski, Philosoph und Schriftsteller, Badenweiler (D)

 

Die Platzzahl ist beschränkt. Für den Besuch der Veranstaltung bitten wir um eine verbindliche Anmeldung unter weiterbildung(at)sanatorium-kilchberg.ch

dada, ich und über(m)ich

Veranstaltung

Datum
23.06.2016
Uhrzeit
14:00 Uhr
Veranstaltungsort
Universität Zürich (Aula)
Organizer
Sanatorium Kilchberg
Collegium Helveticum
Typ
Forum
Eintritt frei

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